JU-Bielefeld kritisiert AstraZeneca Verweigerer und schlägt „Abendkassenmodell“ vor


Die Corona Pandemie trifft die junge Generation in vielen Bereichen enorm. Die Qualität der Schulbildung sinkt, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten sind in der kritischen Phase der Entwicklung der jungen Menschen massiv eingeschränkt. Dazu kommen Unsicherheiten im Arbeitsmarkt und die Frage wie die Folgen der Pandemie bezahlt werden können. So nehmen Ängste und psychische Erkrankungen gerade bei den jüngeren Menschen zu. Ihre momentanen Probleme sind viel zu selten Gegenstand des politischen Diskurses. Dennoch zeigen sich die meisten weiterhin solidarisch.

Das nun viele der Ü-60 Generation eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca ablehnen, ist für die junge Generation ein Schlag ins Gesicht. Einige der älteren Generation möchte lieber mit dem Impfstoff von BioNTech geimpft werden. Der Impfprozess wird durch dieses unsolidarische Verhalten verlangsamt. Impfdosen von AstraZeneca liegen vermehrt ungenutzt in den Arztpraxen und drohen abzulaufen.


„Es ist frustrierend, wir jungen Menschen stehen vor einer ungewissen Zukunft und haben schon so viel geopfert. Nun müssen wir noch länger auf die Normalität warten, weil einige, für die wir so viel aufgegeben haben und die eine gesicherte Zukunft haben, sich jetzt wählerisch bei der Auswahl des Impfstoffes zeigen“, äußert sich Nicolai Adler, Leiter des Arbeitskreises Generationengerechtigkeit der JU Bielefeld, fassungslos.


Johanna Weber, Leiterin des Arbeitskreises Gesundheit und Soziales der JU Bielefeld, sieht einen Lösungsansatz darin, jeden Tag eine festgelegte Anzahl, je nach Impfstoffvorrat, an AstraZeneca Impfungen im Impfzentrum zentral herzustellen und diese in der letzten Öffnungsstunde von 19-20 Uhr an Berechtigte im Alter von 60-70 Jahren zu verimpfen. „Wir möchten die betroffenen Hausärzte bitten ihren Überschuss an Impfdosen von AstraZeneca an das Impfzentrum zu schicken, damit es eine zentrale Anlaufstelle gibt, an der der Impfstoff schnell verimpft werden kann.“ Jeden Tag wird dann diese festgelegte Anzahl an Impfterminen mit AstraZeneca für die letzte Öffnungsstunde an Impfwillige, die noch keinen Termin bekommen haben (in den für den AstraZeneca Impfstoff zugelassenen Altersgruppen) vergeben. Das gibt Planungssicherheit für Impflinge und Mitarbeiter des Impfzentrums.“


„Ein Abendkassenmodell für die AstraZeneca-Vorräte würde zudem dem Ablaufen der Impfdosen entgegenwirken.“, erklärt Katharina Kotulla, stellvertretende Vorsitzende der JU Bielefeld und Leiterin des Arbeitskreises Generationengerechtigkeit. „Es ist jetzt besonders wichtig, dass wir ein nachhaltiges System zum beschleunigten Verimpfen der AstraZeneca-Vorräte in Bielefeld einführen.“, ergänzt Katharina Kotulla.